Aus der Generalversammlung 2019

Die Entwicklung der Breitnauer Energiegenossenschaft ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Von den ursprünglichen Gesamtinvestitionen in Höhe von 3,1 Millionen Euro standen zum 31. Dezember 2018 nur noch 1,3 Millionen zu Buche. Seit der Gründung 2011 konnte die Genossenschaft 1,7 Millionen Euro tilgen. Vor dem Hintergrund der Klima-Diskussionen gibt es ein weiteres erfreuliches Ergebnis: Dank des bürgerschaftlichen Projekts wurden jährlich 2900 Tonnen fossile Energieträger eingespart.

Bei der Hauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus konnte das dreiköpfige Vorstandsteam mit Eugen Ketterer, August Maier und Thomas Schuler eine positive Bilanz 2018 vorlegen: Die erzeugte Wärme betrug 4 527 269 Kilowattstunden (kWh). Erzeugt und in das Netz eingespeist wurden 3 031 089 kWh.

Das gesamte Wärmenetz umfasst 6,1 Kilometer. 4,2 Kilometer sind Hauptleitungen, 1,9 Kilometer Hausanschlüsse. Der Versorgung angeschlossen sind 19 öffentliche Gebäude, darunter sechs kommunale, drei kirchliche Objekte und zwei Hotels sowie 180 Haushalte.

Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder stieg von 79 im Gründungsjahr auf 137. Das sind zehn mehr als vor Jahresfrist. Anfang 2019 mussten aufgrund der Vorschriften im Eichgesetz erstmals 74 Wärmezähler (WMZ) ausgetauscht werden. Zum Jahreswechsel 2019/2020 steht noch der Austausch einiger weniger WMZ an. Der ehemalige Finanz- und Versicherungskaufmann Eugen Ketterer ist seit der Gründung vor acht Jahren Vorstandsvorsitzender. Der 69-Jährige sieht der Zukunft positiv entgegen: „Wir werden weitere Wärmeabnehmer gewinnen und dadurch unsere Ertragslage noch verbessern.“ Zunächst seien jedoch Investitionen für die Erschließung der Gebiete Bodenacker und eventuell Panoramaweg erforderlich. Die Pumpen in der Heizzentrale benötigen rund 100 000 kW Strom. Dank einer neu installierten Photovoltaik-Anlage reduzierte sich der Einkauf von Strom um 28 000 kW. „Dies bedeutet eine monatliche Kostenersparnis von 400 bis 500 Euro, was ebenfalls zur Tilgung des Darlehens beiträgt.“

Die von Landwirt Thomas Ketterer betreute Heizzentrale beim Leohof ist seit Jahren Ziel vieler Delegationen aus Japan, Frankreich, der Schweiz, Bosnien-Herzegowina und sogar aus den USA.

Allein das Hofgut Sternen hat für dieses Jahr 20 Führungen für die Heizzentrale angemeldet, freute sich Josef Haberstroh. Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, dem mit Franz Lickert und Thomas Ketterer zwei weitere Mitglieder angehören. 2020 stehen wieder Wahlen an, 2021 kann die Energiegenossenschaft das zehnjährige Bestehen feiern.

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