Aus der Generalversammlung 2020

Die Erfolgsgeschichte der eingetragenen Genossenschaft Breitnau Energie setzt sich fort. Im Geschäftsjahr 2019 stieg die Zahl der Mitglieder um neun auf 140. Die Umsatzerlöse erhöhten sich auf 1,18 Millionen Euro.

So war es kein Wunder, dass bei der Jahresversammlung in der Kultur- und Sporthalle das langjährige Vorstandsteam sowie der Aufsichtsrat für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden. 2021 kann das bürgerschaftliche Projekt das zehnjährige Bestehen feiern.

2019 wurde das Versorgungsnetz im Panoramaweg erweitert. Zudem schlossen die beiden Gebäude des Projekts „Sonnenhöhe“ an. Die Trasse verlängerte sich auf 6670 Meter. Davon entfallen 4589 Meter auf die Hauptleitung. Die Erweiterung und die damit verbundenen Montagearbeiten erforderten eine Kreditaufnahme von 223 500 Euro. Zudem installierte die Genossenschaft auf dem Dach der Heizzentrale beim Leohof eine Photovoltaik-Anlage. Die Darlehensverpflichtungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 74 500 auf 1,43 Millionen Euro. Die bisherigen Gesamtinvestitionen betragen 3,34 Millionen Euro.

„Lediglich im Geschäftsjahr 2013 war aufgrund der Vorfinanzierung ein Verlust zu verzeichnen“, sagte der Vorsitzende Eugen Ketterer bei der Jahresversammlung in der Kultur- und Sporthalle und fügte hinzu: „Die Genossenschaft schreibt im sechsten Jahr in Folge schwarze Zahlen.“ Seit 2014 wuchsen die erzeugte und gelieferte Wärme ebenso kontinuierlich wie der ins Netz eingespeiste Strom.

Die Stromerzeugung 2014 belief sich auf 3,67 Millionen Kilowattstunden, 2019 waren es 4,76. Ausgerichtet ist das Netz auf die Erzeugung von sechs Millionen Kilowattstunden. Ketterer: „Wir haben also noch genügend Luft für weitere Anschlüsse.“ Die Stromeinspeisung stieg in den fünf Jahren von 2,75 auf 3,03 Millionen Kilowatt. Die Genossenschaft versorgt aktuell 209 Haushalte sowie 23 öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und Hotels. Das Nahwärmenetz ersetzt 3000 Tonnen fossile Energieträger. Breitnau ist derzeit im energetischen Sektor zu 84 Prozent autark. Aufgrund sich permanent verändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen „sind wir neben der normalen Instandhaltung ständig zu kostenintensiven Nachrüstungen der Anlagetechnik sowie zusätzlichen Gutachten gezwungen“, bedauerte Eugen Ketterer. Diese Ausgaben belasteten die jährlichen Bilanzen. Gleichwohl verzichtete die Genossenschaft auf eine Erhöhung des Wärmepreises. Nach der Veröffentlichung des zugrunde liegenden Index-Wertes kann die Genossenschaft über den Nahwärmepreis für das Jahr 2021 neu entscheiden.

Auslöser für die Bildung der Genossenschaft war 2010 die Beteiligung der Gemeinde an einem Wettbewerb „Bioenergiedörfer am Start“. Breitnau ging als Gewinnergemeinde des Landkreises aus der Aktion hervor. Am 18. Oktober 2011 fand die Gründungsversammlung der Genossenschaft statt. Damit hatte Breitnau die Energiewende eingeleitet.

Mitglieder: 140
Wahlen: Für drei Jahre wiedergewählt wurden die Aufsichtsräte Josef Haberstroh, Franz Lickert, Thomas Ketterer und Bernd Pollak. Bei der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats wurden die Vorstände Eugen Ketterer, August Maier und Thomas Schuler für eine weitere Amtsperiode bestellt.

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